Wissens-Blog

§ 59 - Werke an öffentlichen Plätzen

(1) Zulässig ist, Werke, die sich bleibend an öffentlichen Wegen, Straßen oder Plätzen befinden, mit Mitteln der Malerei oder Graphik, durch Lichtbild oder durch Film zu vervielfältigen, zu verbreiten und öffentlich wiederzugeben. Bei Bauwerken erstrecken sich diese Befugnisse nur auf die äußere Ansicht.

Was bedeutet der § 59 - 'Werke an öffentlichen Plätzen'?

Ohne die Panoramafreiheit wäre das Fotografieren in der Öffentlichkeit sehr schwierig. Unsere Innenstädte sind voll mit Kunstwerken und sogenannten Werken der Baukunst.

Stellen Sie sich vor, Sie würden in München, Köln, Hamburg oder Berlin die Haupteinkaufsstraßen fotografieren und müssten dann mit jedem Urheber die Rechte klären. Das wäre eine Aufgabe die sehr viel Zeit erfordert und es ist nicht gesagt, dass Sie alle Urheber überhaupt ermitteln können, oder wenn, dann nur unter erschwerten Bedingungen.

Die Panoramafreiheit lässt keine Veränderung der abgebildeten Werke zu, lediglich eine Veränderung der Abbildungsgröße, oder das nur ein Ausschnitt des Werkes gezeigt wird. Das Umgestalten eines Werkes ist nicht zulässig.

Ebenso begegnen wir in unseren Innenstädten vielen Marken, und auch hier würde ein Abklären aller Markenrechte eine Mammutaufgabe darstellen. Tauchen Marken zufällig auf einem solchen Foto auf, muss der Markeninhaber dies hinnehmen.

In sehr vielen Innenstädten gibt es in den Abendstunden Lichtinstallationen, die besonders schön anzusehen sind. Sind diese nicht dauerhaft bzw. werden diese immer wieder verändert (nicht bleibende Werke), können diese Installationen urheberrechtlichen Schutz genießen und unterliegen nicht der Panoramafreiheit.

Geltungsbereich der Panoramafreiheit

Die Panoramafreiheit gilt nur für Deutschland, in anderen Ländern gelten andere Regeln oder es gibt keine Regeln oder Gesetze zur Panoramafreiheit.

Die Panoramafreiheit ist eine sogenannte Schranke des Urheberrechts, ich muss den Urheber nicht fragen, wenn ich sein Werk benutze. Die deutschen Gerichte sehen dies sehr restriktiv in der Auslegung und lassen keinen Spielraum zu.

Es dürfen im übrigen auch keine Hilfsmittel beim Fotografieren benutzt werden wie zum Bespiel Leitern, Drohnen, Balkone oder einen erhöhten Stand zwecks besseren Überblicks.

Prüfung ob ein Bild der Panoramafreiheit entspricht

Um beurteilen zu können, ob ein Foto von der Panoramafreiheit abgedeckt ist, sollte idealer Weise immer der Einzelfall betrachtet werden. Gerne prüfen unsere Profis von PiReCon Ihr Foto und beraten Sie ausführlich.

Unsere Beiträge im Bereich Wissens-Blog haben keinen Anspruch auf Vollständigkeit und stellen vorallem auch keine Rechtsberatung dar! Für Ihre Fragen können Sie uns einfach kontaktieren, wir beraten Sie gern.

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