Wissens-Blog

Schnell ist ein Bild gemacht und genauso schnell steht es auf Facebook, Instagram, Twitter oder einem anderen Social Media Portal. Oft überlegt man sich nicht, ob die abgebildete Person das überhaupt wollte. Besonders im privaten Bereich ist schnell mal ein Bild gepostet, ohne dass sich der Fotografierte dazu äußern konnte.

Im gewerblichen Bereich sollte man sich dazu umso mehr Gedanken machen, was auf den Social Media Portalen gepostet wird. Denn Personenfotos ohne Klärung des Recht am eigenen Bild stellen einen klarer Rechtsverstoß da.

Social Media Guidelines beachten

Oft ist es hilfreich, wenn man sich unternehmensintern Gedanken dazu macht, in Form von sogenannten Social Media Guidelines. Was darf gepostet werden und von wem? Welche gesetzlichen Regelungen sind zu beachten? Diese Social Media Guidelines sensibilisieren die Mitarbeiter, die mit dieser Aufgabe betraut werden und der Besuch eines Bildrechte Seminares ist dazu unerlässlich.

Grundsätzlich gilt, das Recht am eigenen Bild nach §22 KunstUrhG muss beachtet werden:

„Bildnisse dürfen nur mit Einwilligung des Abgebildeten verbreitet oder öffentlich zur Schau gestellt werden.“

Das bedeutet, bei allen Abbildungen mit Personen brauchen Sie deren Einwilligung zur Veröffentlichung des Bildes. Egal ob eine Person auf dem Bild zu sehen ist oder zwanzig Personen. Es sollte im besten Fall eine schriftliche Zustimmung von jedem Einzelnen vorliegen.

Bei anschließenden Unstimmigkeiten sind Sie als Veröffentlicher in der Pflicht zu beweisen, dass die abgebildete Person ihre Zustimmung zur Veröffentlichung gegeben hat.

Definition von Bildnis

Person schwarzer BalkenDer Mensch muss in seiner äußeren Form bildlich dargestellt sein. Erkennbarkeit muss gegeben sein. Ein schwarzer Balken platziert über die Augenpartie reicht nicht aus, eine Person unkenntlich zu machen. Die Erkennbarkeit von Personen ergibt sich grundsätzlich aus Gesichtszügen, kann sich aber auch aus anderen Merkmalen wie Frisur, Haltung, Tätowierung, äußeres Erscheinungsbild etc. ergeben.

Eine Erkennbarkeit kann sich auch durch einen Begleittext ergeben, die das Umfeld der Person beschreibt. Augenbalken oder eine Verpixelung reichen nicht aus, wenn Person an weiteren Merkmalen erkennbar bleibt.

Wer muss die Person erkennen?

Dazu hat der BGH geurteilt:

"Wenn eine Erkennbarkeit im engeren Bekanntenkreis besteht, reicht das aus, um eine Veröffentlichung zu verhindern bzw. das Schadensansprüche gerechtfertigt sind."

Fazit: Bei Veröffentlichung von Personenfotos sollte immer ein schriftliches Einverständnis vorliegen. Sollte dies nicht der Fall sein, laufen Sie Gefahr sich dafür vor Gericht verantworten zu müssen.

In unseren Schulungen informieren wir Sie umfangreich über gesetzliche Vorgaben und geben Ihnen praxisbezogene Beispiele wie Sie damit im Alltag umgehen. Sollten Sie Fragen haben zum Einsatz von Bildern in Ihrem beruflichen Alltag können Sie uns gerne kontaktieren.

Unsere Beiträge im Bereich Wissens-Blog haben keinen Anspruch auf Vollständigkeit und stellen vorallem auch keine Rechtsberatung dar! Für Ihre Fragen können Sie uns einfach kontaktieren, wir beraten Sie gern.

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